Für ein lebenswertes Mitholz 


Aktuelle Lage aus unserer Sicht


Das Munitionslager Mitholz wurde im 2. Weltkrieg errichtet und 1947 kam es zu einer Explosion von rund 7000 Bruttotonnen Munition. Innerhalb eines Jahres wurde Mitholz wieder aufgebaut und die Bevölkerung konnte zurück kehren. In den Jahren danach wurde das Munitionslager weiterhin vom VBS genutzt, unter anderem für die Armeeapotheke und Truppenunterkunft. Bewusst oder unbewusst wurde die Gefahr durch die verbliebene Munition, trotz mehrere Beurteilungen übersehen.

 

Erst als ein neues Rechenzentrum im Munitionslager geplant wurde, kam eine erneute Risikobeurteilung zum Schluss, das die Gefahr durch die verbliebene Munition wesentlich über den akzeptablen Werten liegt. 


Im Februar 2020 informierte das VBS die Bevölkerung, dass aufgrund der angestrebten komplett Räumung des Munitionslagers, eine Evakuation des kompletten Dorfs nötig sein wird. Aufgrund der nötigen Vorausmassnahmen, werden einige bereits 2025 ihre Häuser verlassen müssen. Dies für mindestens 15 Jahre. Die Räumung soll laut Planung 2040 abgeschlossen sein. Mittlerweile wurde Mitholz in mehrere Zonen unterteilt, was es einigen Bewohnern ermöglichen würde zu bleiben. Angesichts der massiven Baumausmassnahmen und der damit einhergehenden Lärm- und Schmutzbelastung ist die Attraktivität dieser Option allerdings fragwürdig.


Das VBS betont zwar immer wieder faire und gute Lösungen für die Bevölkerung zu suchen, doch auch eine Institution wie das VBS kann am Angebot im aktuellen Immobilienmarkt nichts ändern. Eine unfreiwillige und unverschuldete Umsiedelung ist per se nie fair. Besonders wenn man dann noch Abstriche in der Lebensqualität dazu kommen. Würden Sie freiwillig von einer 3 Zimmer Wohnung in ein Studio-Apartment ziehen, nur weil es ein Neubau ist?


Unser Anliegen


In einem Punkt sind sich wahrscheinlich alle einig, die Gefahr welche von der Munition ausgeht muss behoben werden. Allerdings sind wir gegen die Konditionen welche mit der aktuellen Planung geltend würden. 


  • Unverhältnissmässigkeit der Evakuationsdauer von 10 - 20 Jahren
  • Massive Eingriffe in die Natur 
  • Überdimensionierte und stetig wachsende Teilprojekte (Vorausmassnahmen)
  • Bestvariante wurde nicht abgeklärt
  • Drohende Enteignung
  • Zerstörung der Häuser, Heimat und des Lebens


Prüfung von alternativen Varianten


Bereits während der Variantenevaluation zur Eliminierung der Gefahr durch die Munition, wurde die Zielsetzung auf die Räumung eingegrenzt. Was zur Folge hatte, das nie vertieft nach einer Bestvariante gesucht wurde.



Wie in der Rundschau berichtet würde es durchaus alternativen zu der vom VBS gewählten Variante geben.


Zum Beitrag Rundschau



Varianten im Vergleich


«Alternativlose» Variante VBS:
Räumung

Alternative:

Verkapselung

Projektdauer:

15 - 25 Jahre

3 - 5 Jahre

Kosten:

2.6 Milliarden CHF

100 – 200 Millionen CHF 

Gefahreneliminierung:

Nach 15 – 25 Jahren

Nach 1 – 2 Jahren,
(eine Räumung bleibt möglich)

Lebensqualität:

Massiv Beeinträchtigung
(aufwändige Baumassnahmen)

Minimale Beeinträchtigung

Evakuierung der Bevölkerung:

10 – 20 Jahre

Nicht nötig

Bahn und Strasse:

Grossbauprojekt für neue Streckenführung der Strasse. Massive Schutzbauten für die Bahnstrecke

Nicht nötig